Strommarkt: Strompreis-Domino
28.05.2026: Strompreise steigen heute auf 76 Cent: Stromkunden –
sofort Stromstecker ziehen!
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Eine Bewertung aus der Agrar-Branche: Von Dr. Olaf Zinke
Stromkunden müssen am Donnerstag bis zu 76 Cent je kWh zahlen. Bei
dynamischen Stromtarifen. Das zeigen die Strompreis-Vorhersagen von
Tibber, eines Anbieters von dynamischen Stromtarifen. Im Vorfeld sind
die Spotmarktpreise für Strom im Day-Ahead Handel für diesen Termin
bis auf knapp 47 Cent je kWh (ohne Steuern) gestiegen.

© Olaf Zinke Sind die Strompreise am Spotmarkt am Mittwoch in der Spitze
bis auf rund 17 Cent je kWh gestiegen (ohne Steuern und Abgaben) und lagen
im Tagesdurchschnitt bei 8,4 Cent, ging es Donnerstag steil nach oben. In der
Spitze erreichen die Spotmarktpreise am Donnerstagabend 47 Cent und im
Tagemittel sind es 12,2 Cent je kWh.
Schuld ist die große Abhängigkeit der Strompreise von den stark schwankenden
Erzeugungsmengen bei Solarstrom und Windstrom. Tibberkunden berichteten,
dass die Strompreise am heutigen Donnerstag zwischen 20:30 und 21:30 Uhr bis
auf knapp 76 Cent nach oben schießen werden (davon 30 Cent Steuern, Abgaben
und Gebühren).
Bereits in den Tagen zuvor machten die Strompreise für die Spitzenverbrauchszeit
zwischen 19:00 und 21:00 Uhr einen Sprung über 40 Cent je KWh nach oben,
zeigen die Tibberdaten.
Im Tagesmittel schwanken die Strompreise am Donnerstag (28.05) bei Tibber
immerhin zwischen 19,8 und 75,5 Cent je kWh und liegen im Tagesmittel bei
knapp 35 Cent. Gleichzeitig fallen die Strompreise am Donnerstagmittag bei
viel Sonne zeitweise sogar leicht unter null oder liegen ganz leicht darüber.
Trotzdem geht es dann am Abend dann so steil nach oben – offenbar, weil
nicht mehr ausreichend erneuerbarer Strom zur Verfügung steht.
Gleichzeitig sind die Tages-Durchschnittspreise an der Strombörse EEX in den
letzten Tagen kräftig angestiegen von 6,6 Cent am 24.05 auf immerhin
12,2 Cent am 28.05 (heute).
Dabei ging es Pfingst-Wochenende noch komplett andersherum. Dort waren
die Strompreise an der Strombörse EEX bei sehr viel Sonnenschein und Wind
mehrere Tage ins Negative gefallen - bis auf minus 8,7 Cent je kWh.
Zum Vergleich: Der Strompreis für Neukunden (ohne dynamische Tarife) liegt
aktuell nur bei 23,6 Cent je kWh (inklusive Steuern und Abgaben), ohne dass
man auf die Tageszeit für seinen Verbrauch achten muss.
Strompreise am Spotmarkt schwanken heftig
Am Spotmarkt an der EPEX SPOT kann man die Preisentwicklung für Strom-
kunden im Day-Ahead Handel sehr gut beobachten und nachvollziehen. Sind
die Strompreise am Spotmarkt am Mittwoch in der Spitze bis auf rund 17 Cent
je kWh gestiegen (ohne Steuern und Abgaben) und lagen im Tagesdurchschnitt
bei 8,4 Cent, ging es Donnerstag steil nach oben.
In der Spitze erreichen die Spotmarkpreise am Donnerstagabend 47 Cent und
im Tagesmittel sind es 12,2 Cent je kWh. Das sind die höchsten Tagespreise seit
langen. Am Wochenende lagen die Tagesdurchschnittspreise durchweg unter
10 Cent je kWh. Am Sonntag, mit 8 negativen Stunden, kostete der Strom im
Tagesmittel nur 6,7 Cent.
Gleichzeitig gab es wegen in den letzten Wochen, die bislang meisten Stunden
mit negativen Strompreisen. Deshalb fielen die Neukundentarife zuletzt auch
auf 23,6 Cent je kWh. Im laufenden Jahr 2026 gab es bis vor Pfingsten bereits
rund 200 Stunden mit negativen Strompreisen. 2025 waren es noch 573 Stunden
für das Gesamtjahr.
Extrem hohe Strompreise am Abend – warum?
Tibber hat seine Kunden im Vorfeld eigentlich eine Woche mit sehr niedrigen
Strompreisen angekündigt – was über die Mittagszeit ja auch stimmt. Nur am
Abend bei Preise von 76 Cent dürften Tibberkunden dann eigentlich keine
elektrischen Geräte nutzen, E-Autos laden oder müssen den Fernsehen aus-
lassen – es sei denn sie haben Solar auf dem Dach und einen Speicher.
Die Tibber-Stromprognose für diese Woche lautet jedenfalls: Die Windkraft-
leistung zieht diese Woche deutlich an und springt von 6,6 GW auf 10,5 GW.
Noch positiver wirkt sich jedoch die Solarproduktion auf die Preisbildung aus.
Sie wird von 19,4 GWh in der Vorwoche auf durchschnittlich 25,6 GWh steigen;
zur Mittagszeit kann die Solarstromerzeugung zeitweise fast 70 GW erreichen
(das normale Niveau liegt bei 50 GW!!).
Der Inlandsbedarf von rund 55 GW kann darüber komplett gedeckt werden
und rund 15 GW stehen für den Export in Nachbarländer zur Verfügung. Nach
3,2 GW Nettoimporten wechselt der deutsche Markt diese Woche auf Netto-
Stromexporte von 0,6 GW. Aufgrund der massiven Solarstromproduktion
werden Preisunterschiede von bis zu 20 ct/kWh zwischen den Spitzen- und
Nebenzeiten erwartet. Negative Spotpreise sind selbst an den Wochentagen
sehr wahrscheinlich., sagen die Tibberexperten. Aber: Von den extrem hohen
Strompreise am Abend fällt kein Wort.
